
Wie verändern Low-Code und KI die Softwareentwicklung?
In seinem Kapitel „Mit Low-Code und KI schneller zur fertigen Software“ im neu erschienenen Buch „Wissen macht erfolg(reich)“ beleuchtet unser CEO Dr. Markus Pilz, die Chancen und Herausforderungen moderner Softwareentwicklung.
In diesem Blogbeitrag erhalten Sie erste Einblicke in seine Perspektive auf Low-Code, generative KI und die Zukunft der Softwareentwicklung.
Software schneller zu entwickeln, wird zum strategischen Wettbewerbsvorteil. Doch Geschwindigkeit allein reicht nicht.
Unternehmen müssen heute schneller auf neue Anforderungen reagieren, bestehende Prozesse digitalisieren und Anwendungen an veränderte Rahmenbedingungen anpassen. Gleichzeitig fehlen vielerorts Entwicklerkapazitäten und Zeit für langwierige Softwareprojekte. Low-Code kann hier einen entscheidenden Unterschied machen. Statt jede Anwendung vollständig klassisch zu programmieren, werden visuelle Werkzeuge, vorgefertigte Bausteine und automatisierte Prozesse genutzt. Dadurch können Anwendungen schneller entstehen und auch technisch versierte Fachanwender stärker in die Entwicklung einbezogen werden. Doch Low-Code ist längst mehr als ein Werkzeug, um schneller Oberflächen zusammenzuklicken. Entscheidend ist, was dahintersteht: Daten, Geschäftslogik, Sicherheit, Benutzerrechte und ein Entwicklungsprozess, der auch langfristig funktioniert.
Von der Idee zur fertigen Anwendung
Eine der größten Stärken von Low-Code liegt darin, Entwicklungsprozesse zu verkürzen. Eine Idee muss nicht erst monatelang durch verschiedene Entwicklungsphasen laufen, bevor ein erstes nutzbares Ergebnis entsteht. Anwendungen können schrittweise aufgebaut werden: aus einem ersten Entwurf wird ein Prototyp, daraus eine funktionierende Anwendung und schließlich eine Lösung für den produktiven Einsatz. Das verändert auch die Art, wie Unternehmen Softwareprojekte angehen können. Ideen lassen sich früher ausprobieren, Anforderungen schneller anpassen und Ergebnisse schneller sichtbar machen. Genau hier liegt ein wesentlicher Unterschied zu Ansätzen, bei denen erste Prototypen später vollständig neu entwickelt werden müssen. Wenn die technische Grundlage von Anfang an mitgedacht wird, kann eine Anwendung kontinuierlich weiterentwickelt werden.
Und dann kommt die KI
Generative KI verändert diese Entwicklung noch einmal grundlegend. Mit Tools wie ChatGPT oder Claude lassen sich heute innerhalb kürzester Zeit Code, Oberflächen oder erste Lösungsideen erzeugen. Was früher Stunden oder Tage gedauert hat, kann teilweise in wenigen Minuten sichtbar werden. Doch genau hier liegt eine wichtige Frage: Ist schnell erzeugter Code automatisch gute Software? Die Antwort ist nicht so einfach. Ein KI-generierter Codeausschnitt kann funktionieren und trotzdem Probleme verursachen. Sicherheit, Architektur, Skalierbarkeit und Wartbarkeit entstehen nicht automatisch dadurch, dass eine KI-Code produziert. Das sogenannte Vibe-Coding zeigt deshalb sowohl das enorme Potenzial als auch die aktuellen Grenzen generativer KI in der Softwareentwicklung.
KI braucht Leitplanken
Die spannende Perspektive entsteht dort, wo Low-Code und generative KI nicht gegeneinander ausgespielt werden. Low-Code bringt Struktur, wiederverwendbare Bausteine und einen definierten Entwicklungsrahmen. KI kann diesen Rahmen nutzen, um Entwicklung zusätzlich zu beschleunigen. Statt KI-generierten Code einfach ungeprüft in eine Anwendung zu übernehmen, geht es darum, Vorschläge in einen kontrollierten Entwicklungsprozess einzubetten. Sie können geprüft, angepasst und anschließend innerhalb einer bestehenden Plattform weiterverwendet werden. Damit entsteht ein anderer Ansatz: KI liefert Geschwindigkeit – die Plattform liefert die Leitplanken. Das könnte die Art, wie Software entwickelt wird, nachhaltig verändern.
Low-Code ist mehr als weniger Programmieren
Low-Code wird häufig auf die Aussage reduziert, dass man damit „weniger programmieren“ muss. Das greift zu kurz. Der eigentliche Vorteil liegt darin, Entwicklungswissen, wiederverwendbare Komponenten und technische Strukturen so bereitzustellen, dass daraus schneller belastbare Anwendungen entstehen können. Dabei spielt auch die Datenbasis eine zentrale Rolle. Eine Anwendung muss nicht nur einen Prozess abbilden. Sie muss mit den Daten arbeiten können, die im Unternehmen tatsächlich entstehen – und das auch dann zuverlässig tun, wenn Datenmengen und Anforderungen wachsen. Genau deshalb unterscheiden sich Low-Code-Plattformen teilweise erheblich voneinander. Hinter einer intuitiven Oberfläche können sehr unterschiedliche technische Konzepte stehen.
Die Zukunft der Softwareentwicklung?
Low-Code und KI werden die klassische Softwareentwicklung nicht einfach ersetzen. Vielmehr verschieben sie die Aufgaben und Möglichkeiten innerhalb des Entwicklungsprozesses. Entwickler können sich stärker auf komplexe Logik und Architektur konzentrieren. Fachanwender können näher an der Umsetzung ihrer Anforderungen arbeiten. Und generative KI kann dort unterstützen, wo sie tatsächlich einen Mehrwert liefert. Die entscheidende Frage ist deshalb nicht, ob KI-Code schreiben kann. Sondern: Wie schaffen wir es, die Geschwindigkeit von KI mit der Sicherheit und Struktur professioneller Softwareentwicklung zu verbinden?

Genau dieser Frage widmet sich Dr. Markus Pilz, CEO der vectorsoft AG, ausführlicher in seinem Kapitel „Mit Low-Code und KI schneller zur fertigen Software“ im neuen Buch „Wissen macht erfolg(reich)“ des Mentoren-Verlags. Wer tiefer in seine Perspektive auf Low-Code, Vibe-Coding, KI und die Zukunft der Softwareentwicklung einsteigen möchte, findet dort weitere Gedanken und Einblicke aus seiner unternehmerischen Praxis.
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