Chiemsee betreibt Online-Shop auf Basis einer CONZEPT 16-Datenbank

Ein idealer Surfspot

Chiemsee hat innerhalb von vier Monaten einen Webshop realisiert, der nahtlos an das Warenwirtschaftssystem des Sportartikelherstellers angebunden ist. Sämtliche im Internetshop abrufbare Informationen werden über ein virtuelles Webshoplager im Warenwirtschaftssystem bereitgestellt und über das Content-Management-System (CMS) verwaltet.

Bisher erfolgte der Vertrieb der Chiemsee-Produkte ausschließlich über die rund 2.800 Händler in Europa und Japan sowie über die derzeit vier Chiemsee-Shops in Deutschland. Um seinen Marktanteil noch weiter auszubauen und die kontinuierlich steigenden Printkosten zu senken, entschloss sich der Sportartikelhersteller, in Zukunft verstärkt auf den Internetmarkt zu setzen. „Wir verzeichnen auf unserer Firmenwebseite eine stetig wachsende Zahl an Besuchern“, erläutert Knut Stahl, Director IT-Management bei der Chiemsee AG. „Daraus entstand die Überlegung, dass sich der Vertrieb über das Internet als zusätzlicher Absatzkanal etablieren könnte. Zugleich steigt die Bedeutung des Onlinemarktes zunehmend an, ein Trend, dem wir uns mittelfristig nicht entziehen können. Und natürlich ist der Onlinemarkt sehr attraktiv, was die Gewinnspannen und Margen angeht.“

Schnelle Abwicklung der Bestellungen

Im Oktober 2008 fiel die endgültige Entscheidung, einen eigenen Onlineshop auf der Webseite zu realisieren. Mit der Umsetzung wurde nach einem kurzen Auswahlprozess die SEC Planung & Design GmbH beauftragt, die bereits den Internetauftritt des Unternehmens gestaltet hat. „Eine zentrale Anforderung bei dem Projekt bestand darin, dass der Onlineshop beim gängigen Bestellungsprozess keine zusätzliche Manpower beanspruchen sollte“, so Stahl. „Die Mitarbeiter des Customer Service sollten die Online-Bestellungen genauso abwickeln können wie die Aufträge über Händler, ohne einen Unterscheid zu merken.“ Den Webshop realisierte SEC auf Basis eines selbst entwickelten Content-Management-Systems. Die Herausforderung bestand darin, das CMS an das bereits vorhandene Warenwirtschaftssystem (WWS) anzubinden, das auf der relationalen CONZEPT 16-Datenbank des Herstellers vectorsoft basiert. Im ersten Schritt war es erforderlich, die für den Webshop erforderlichen Produktbilder anzufertigen und in das CMS einzustellen. Anschließend definierte Chiemsee im Warenwirtschaftssystem die Artikelstammdaten. Dazu zählen beispielsweise die Beschreibungen der jeweiligen Artikel, Produktempfehlungen beim Aufrufen eines bestimmten Artikels und die dazugehörigen Preise. Diese Informationen lassen sich per Mausklick in die Datenbank des Webshops laden und somit, wenn sie im Warenwirtschaftssystem entsprechend gekennzeichnet sind, für den Kunden sichtbar machen. Damit der Webshop eine bestimmte Menge an Artikeln auch bei einer eventuell unterbrochenen Verbindung zum WWS autark verwalten kann, befindet sich innerhalb der Datenbank ein getrenntes, virtuelles Webshoplager. Die Artikelbestände synchronisieren sich auf beiden Seiten in kurzen Zeitabständen automatisch. Der in PHP programmierte Webshop greift mit den entsprechenden CONZEPT 16-Befehlen über die Schnittstelle auf das virtuelle Lager zu. Vor dem Absenden der Bestellung kontrolliert das System, ob der Artikel auch in ausreichenden Mengen vorhanden ist und greift an dieser Stelle gegebenenfalls nochmals ein. Alle Bestellinformationen werden automatisch direkt in das Lager gesendet. Mit einem Touchscreen ausgerüstete, elektronische Packwagen zeigen den Lagermitarbeitern alle für den Versand erforderlichen Daten an. „Da alles automatisch abläuft, verursacht die Abwicklung einer Internetbestellung keinen zusätzlichen Aufwand für unsere Mitarbeiter“, erklärt Stahl. „Nur vor Beginn einer neuen Saison gibt es etwas mehr zu tun, da wir die Produktinformationen und das Material für den Shop neu aufbereiten müssen.“ Chiemsee hat den gesamten Prozess so aufgesetzt, dass es sich bei den Internetbestellungen in jedem Fall um gesicherte Aufträge handelt. Dabei können die Kunden zwischen Zahlungen per Kreditkarte, Giropay oder Paypal wählen.

Sicherheit gegen Angriffe aus dem Netz

Der Webshop mit der angeschlossenen CONZEPT 16-Datenbank befindet sich in der Demilitarized Zone (DMZ). Um den Zugriff vom Intranet auf das System trotz Firewall zu ermöglichen und gleichzeitig sicherzustellen, dass die Kommunikation gegenüber Angriffen aus dem Internet geschützt ist, implementierte Chiemsee eine Kommunikationstabelle. In diese Tabelle schreibt der Webshop sämtliche Anfragen an das Warenwirtschaftssystem wie zum Beispiel ein Bestandsupdate. Das Warenwirtschaftssystem liest diese Anfrage anschließend über die DbaConnect-Funktion aus und schreibt die vom Webshop geforderten Informationen in eine weitere Tabelle. Diese wird in die Tabelle des Webshops geladen und von diesem wieder ausgelesen. „Im Prinzip sind drei wesentliche Funktionen erforderlich, um den Webshop betreiben zu können“, erläutert Stahl. „Der Stammdatenupload, der Bestandsupload und der Auftragsdownload.“ Sämtliche Änderungen im Webshop werden über die Datenbank gesteuert. Soll beispielsweise ein Kleidungsstück als Sale-Artikel gekennzeichnet werden, setzt Chiemsee eine spezielle Kennung im Warenwirtschaftssystem und lädt den Artikel erneut in den Webshop. Im gleichen Moment wird das Produkt in den Sales-Bereich verschoben und mit dem neuen Verkaufspreis dargestellt.

Insgesamt investierte Chiemsee 60.000 Euro in das etwa vier Monate andauernde Projekt. Dabei ist es dem Sportartikelhersteller gelungen, den Aufwand für die Integration aufgrund der Web-Schnittstelle der bereits vorhandenen Datenbank relativ gering zu halten. Aufgrund der nahtlosen Anbindung registriert das System keinen Unterschied zwischen den Bestellungen der Händler und den Aufträgen aus dem Netz, so dass der vollständig automatische Prozess reibungslos ablaufen kann.

Über Chiemsee

Wenn ein paar Jungs dermaßen besessen sind vom Windsurfen und von endlosen Trips zu den besten Surfspots dieser Welt, dann liegt es auf der Hand, dass es aus ist mit dem Berufsweg als Jurist oder Banker. Aus dieser Motivation heraus wurde das Unternehmen Chiemsee gegründet. Einem breiten Publikum die Leidenschaft für den Boardsport und für einen aktiven, unabhängigen Lifestyle nahezubringen, das ist die Vision der Chiemsee AG seit ihrer Gründung im Jahr 1983. Neben Funktionsbekleidung für Brettsportarten wie Surfen und Snowboarden umfasst das Portfolio des Sportartikelherstellers auch Accessoires wie Silberschmuck, Sportuhren und Taschen. Chiemsee verfügt über 50 Mitarbeiter und hat ihren Sitz in Bernau am Chiemsee. Seit 2003 gehört das eigenständige Unternehmen zur Schmidt Gruppe aus Norderstedt.

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